Sportliche Winterträume

Er ist zu spüren, der Sand im Schnee des Wintersport-Circus.
Woche für Woche wälzen sich die diversen Weltcup-Karawanen verzweifelt durch fönlaue Berge auf der Suche nach etwas benutzbarem Winter.
Das große Zittern ist da, nur nicht wegen Kälte.
Der Weltcup der Snowboardcrosser am Feldberg, lese ich, fällt aus.
Oberhof plant ein neues Schnee-Depot, ein idyllisches Beton-Silo, um künftig “Schneesicherheit” zu haben. Sonst geht es womöglich noch zu Fuß zum Schießen. 
Skispringer haben ja schon Matten und Eisläufer längst Hallen. Die alten holländischen Gemälde mit den Schlittschuhläufern auf den Stadtkanälen steigern noch einmal ihren Wert wegen meterorologischer Seltenheit.
In hundert Jahren werden die Kinder fragen, wie die kuriosen Sportarten mal entstanden sind, bei denen man von Bergen herunterrutscht, obwohl die doch niemals glatt werden.
Die Schneekanone ist auch keine Wunderwaffe. Sie ist den Marathonläufern im Wege, die demnächst aus den Tälern in die Höhe flüchten, um nicht zu kollabieren.
Um die Sessellifte nach oben drängeln sich auch Beach-Volleyballer und alle möglichen Leichtathleten, denen die Überlebenschancen im Brutkasten des Stadions zu rasch sinken.
Auffallend viele Kampfsportler setzen sich an der Seilbahn durch.
Die Olympischen Spiele finden endlich auf dem Olymp statt.
Das olympische Feuer brennt im Hain von selbst.
Winterspiele kann Katar bald genauso schneereich oder -arm ausführen wie Garmisch.
Aber egal, was kommt: sportliche Spiele muss es immer geben. Wettrennen, Kampf darum, ganz vorn zu sein. Wäre es anders, hätten wir die Probleme vielleicht gar nicht erst bekommen.

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