Mein erster Tag als Prepper

Nein, ich würde nie mit dem Laserschwert um die letzte Rolle Klopapier kämpfen .
Aber es war doch eben nun unaufschiebbar die Zeit gekommen, Vorräte anzulegen. Die Regierung wird von Tag zu Tag vernünftiger, da muss man mit allem rechnen. Und ich muss schlussendlich gestehen: ich habe noch nie zuvor in meinem Leben so viel Lebensmittel auf einmal gekauft.
Aber ich gelobe, dass alles gegessen wird, auch das eingeschweißte Schwarzbrot, mögen die Freudenfeste des Impfstoffes auch dazwischenfahren!
Wahrscheinlich habe ich eher Wichtiges vergessen. Fantasie ist ja die erste Pflicht des Preppers, und eigentlich habe ich Fantasie, die sich nur leider immer auf unpraktischen und erwerbskargen Feldern vergeudet.
Es gibt eine Szene in Polanskis “Tanz der Vampire”, in welcher Dracula junior versucht, seine unbändige Gier zu zügeln, nett und unverbindlich dreinzuschauen, während ihm der Eckzahn tropft. So in etwa gucken die Leute. Ich auch? Keine Spiegel bei Edeka. Vampire bleiben unerkannt. Es geht auf jeden Fall viel, viel sanfter zu als etwa vor Weihnachten. Das Fest der Liebe entfesselt deutlich mehr Aggressivität im Supermarkt als eine drohende Ausgangssperre. Aber bei Weihnachten fällt mir ein, dass ich eigentlich noch Kerzen kaufen wollte. Zu spät. Na gut. Irgendwas fehlt immer. Manches hatten sie auch gar nicht mehr da. Aber das soll im Krieg auch so gewesen sein. Und sie wussten damals nicht, dass ein Impfstoff kommt.
Jetzt ist zuhause alles in Kühlschrank und Regalen verstaut.
Und der Appetit fürs erste damit gestillt.

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