Vom Anstieg der Verflachung

Die Menschheit stellt sich den Gefahren.
Aber nicht allen.
Seltsamerweise bleiben bestimmte existenzielle Bedrohungen nahezu unbeachtet. Im Falle etwa der Überbevölkerung erklärt sich das Nichtstun aus der Ohnmacht und der naiven Freude der meisten Menschen an Fortpflanzung.
Im Falle aber  der festgestellten sinkenden Intelligenz der Menschen (nachdem es im 20. Jahrhundert zunächst einen Anstieg gegeben hatte) kann sich die Ignoranz nur aus dem Phänomen selbst erklären.
Schon wieder vier Jahre her, dachte ich, als ich mich (mal wieder) an die arte-Doku “Verlieren wir den Verstand?” erinnerte. Das Fragezeichen war schon damals überflüssig.
Das Sinken des IQ hat, so sieht es wohl aus, sehr wahrscheinlich mit so genannten Umwelthormonen zu tun, ein Unwort, denn man kann die Umwelthormone ebenso Schmutz nennen oder Produktionsrückstand, der etwa in Textilien steckt oder Plastik und dem menschlichen Körper beispielsweise erfolgreich Jod vorgaukelt, obwohl dieser längst Chlor oder Brom an seiner Stelle verbaut hat. Gehört der menschliche Körper einer werdenden Mutter, wird deren Kind dann eben dümmer als die Eltern und öfter auch autistisch.
(Diese Darstellung mündet in der naiven Schlussfolgerung, man müsse einfach mehr Jod zu sich nehmen. Nur kommt dieses Jod einfach zu spät und kriegt vom Körper nur ein „Danke, wir hatten schon“ zur Antwort.)
Na, das wird einschlagen, das Thema, dachte ich damals, bis hoch zu einem Weltdummheitsgipfel mit einem formulierten globalen Ziel, die Verdummung bis 2100 nicht unter Schimpansenniveau sinken zu lassen.
Aber nein. Nichts geschah.
Der IQ-Downfall scheint eher willkommen zu sein: Werbestrategen, Fernsehformatentwicklern, Filmstudios, Komponisten immer trivialerer Popmusik, und natürlich Populisten.
Letzteren sichert er die Herrschaft, ersteren das Publikum.
Beiden Gruppen erleichtert er die Mühe, Menschen zufrieden zu stellen. Enorme Energieeinsparungen.
Irgendwann wird man Brom empfehlen.
Immer, wenn ich was Blödes im TV und Blödiane an der Macht sehe, denke ich “Umwelthormon”.
Vielleicht ist das auch nicht sehr intelligent, denn es macht depressiv.
Gibt es dagegen nicht auch was in der so genannten Umwelt?

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