Das Werbe-Paradoxon

Immer mehr Werbung im Internet wirbt dafür, sich von Werbung freizukaufen.
Ist das der wahre Grund, dass sie immer nerviger daherkommt? All die grell-gute Laune in ihr soll mich nur in ein Abo treiben, das mit “werbefrei” wirbt.
Vermutlich wird von den Machern der Werbespots jetzt bereits verlangt, möglichst viel aggressive Ablehnung im Betrachter auszulösen, damit er zur werbefreien Bezahlvariante des jeweiligen Wirtes wechselt.
Würde vieles erklären.
Einen Musikdienst habe ich richtig abonniert und brauche dort deshalb nie durch Angeschrienwerden zu erfahren, was mir fehlt. Erlöst sein von frohen Botschaften ist heute ein großer Luxus.
Leider kann ich mir nur Luxus-Inseln leisten. Sollte ich alles, was ich im Internet sehen oder hören will, auch bezahlen, wäre es zwecklos, mir Werbung zu schicken, weil ich ja alles Geld schon dafür ausgegeben habe, nicht erfahren zu müssen, wo ich Geld ausgeben soll.
(Letzten Satz bei Bedarf zwei Mal lesen.)
Ich kenne im Übrigen niemanden, der Werbung liebt.
Wahrscheinlich ließe sich mit ihr überhaupt kein Geld verdienen, sollte sie geliebt werden.
Denn dann bezahlte niemand mehr dafür, sie abgeschaltet zu bekommen.
Sie wäre an sich selbst gescheitert.
Grandios gescheitert.
Aber jeder Werbespot verrät mir: sie wissen es und fürchten es.

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