Nachgeschlagen zu: Weckruf, der

Bislang kannte ich das, was man einen Weckruf nennen könnte, nur aus dem Morgenmunde der Muezzine in islamisch geprägten Ländern.
Aber seit den Landtagswahlen gestern kaut jeder Unionspolitiker, als sei es ein Passwort, auf dem Begriff herum.
Der Weckruf sei ergangen, müsse erhört werden, ist erschallt, alles Mögliche, nur geweckt hat er wohl noch nicht richtig.
Hat ein normaler Mensch jemals in seinem Leben das Wort “Weckruf” verwendet?
(Das muss Markus Söder durch den Kopf gegangen sein, worauf er lieber „Wake-Up-Call“ sagte. Als sei er in einem schicken Berliner Hotel und müsse pünktlich zur Kanzler-Vereidigung erscheinen.)
Aber woher der Griff zu diesem Wort, seit es mit dem „Weckruf 2015“ versprengter Afd-Leute eigentlich unverwendbar geworden war?
Mein erster Verdacht hatte sich sofort bestätigt: es konnte nur aus der Bibel sein!
“1Thess 4,16 Denn der Herr selbst wird, sobald sein Weckruf ergeht, sobald die Stimme des Engelfürsten erschallt und die Posaune Gottes ertönt, vom Himmel herabkommen…”
Nun lässt sich nur noch spekulieren, wer in Sachen Union Engelfürst und „Herr selbst“ ist und von wo auch immer er herabkommt.
Hoffentlich nicht ganz herunter.

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