Schon wieder nur männlich: Impfling, der

Zum ersten Mal in meinem langen Impfleben habe ich vorgestern das Wort „Impfling“ gehört.
Ich glaube sogar direkt vom Häuptling, dem Herrn der -linge Spahn.
Na, das wird lustig, dachte ich mir gleich, denn daran kann man sich schon wieder wund-gendern.
Thrombosefördernde Zornesanwallungen sind voraussehbar.
Allerdings würde sich auch beim Impfling zeigen, dass nur die Guten in die Gendermühle kommen, denn der „Impfmuffel“ wurde ebenso nicht geschlechtsneutralisiert wie Mörder, Täter, Wüstling, Bösewicht, Unhold undsoweiter. Das Böse bleibt männlich.
(„Die Unholde“ ginge, wäre aber unhöflich.)
Jedenfalls hats beim Muffel keine(n) gestört.
Der Impfling aber, sage ich voraus, wird noch bluten.
Den „Flüchtling“ hat man ja auch nicht hingenommen, ebenso wenig wie den „Lehrling“. Adäquat stehen wir jetzt sprachlich kurz vor „Geimpftwerdende“ (bzw. „Geimpftwerdensollendeabernochnichtkönnende“).
Denn ist der Impfling nun ein schon Geimpfter oder ein Kandidat dafür?
Wirkt es nur bei mir verkleinernd (wie Setzling, Winzling, Beutling usw)? Wie ein Pilz im Walde (Pfifferling)?
Oder gar beleidigend (wie Hänfling)?
Ich wäre ja gern ein praktizierender Impfling, muss aber noch warten.
Ein Spätling im Frühling.

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