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Vom Untertan zum Trotzkopf

Wenn die Erwachsenen im Festsaal der Gaststätte meines Geburtsdorfes feierten und nach den steifen Rhythmen der Dreimannkapelle tanzten, kamen manchmal Nummern, bei denen man es fast mit der Angst bekam.
“Wir lassen uns das Singen nicht verbieten, Das Singen nicht und auch die Fröhlichkeit.”
Es klang vom Text wie eine Drohung und von der Musik wie ein Militärmarsch.
Die mitgrölten, hätten uns Jungen damals gern verboten, die Haare lang wachsen zu lassen, aber das nur am Rande.
Immerhin wirkte dieses so genannte Stimmungslied kontrastierend zum Untertanengeist, den man gern im Deutschen feststellt.
Er scheint, beschaut man nun das Karnevalstreiben, davon geheilt zu sein, so bald er Geselligkeit und Umtrunk wünscht.
Man lässt sich das Ignorieren nicht verbieten.
Ein bisschen Kontrollbudenzauber, und alles ist schick.
Untertan bleibt man am Rhein freilich dem Kalender, auf dem nun mal Fröhlichkeit eingetragen ist zum 11.11.
Da wird gehorcht.
Verweigert wird hingegen die Realität.
Das Ergebnis: am deutschen Wesen ist bei Corona kein Genesen.

*
Irgendwie auch prophetisch,der DEFA-Film von 1948 “1-2-3 Corona”:

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