Unterwegs Richtung Zukunft übernachten

Das coole Hotel unterwegs bietet eine eindrucksvolle Begegnung mit der Jugend, denn es müssen junge Menschen gewesen sein, welche die sehr stylische Herberge designt haben.
Ein erster Hinweis ist, dass man zum Infahrtsetzen des Fahrstuhls beide Hände benötigt: eine für die Zimmerkarte am Sensor, eine für die Etagentaste. Unbedingt gleichzeitig.
Ein zweites, viel stärkeres Indiz aber ist, als auf dem Klo nach zwei Minuten das Licht ausgeht.
Länger braucht doch keiner, dachten sie sich.
Wohl dem, der in höherem Alter noch mit den Armen gelenk genug fuchteln kann, denn nur dieses alberne Tun erregt den Lichtsensor. Lichtschalter gibt es nicht mehr.
Zähneputzen findet vor einem wirklich sehr schönen Natursteinbecken im gleichen Raum statt, in welchem Bett und Fernseher und alles andere sind. Auch der Partner. Nicht schlimm, dachten sich die Jungen, sich vor den Augen des Anderen die Zähne zu putzen. Mittlerweile handelt es sich allerdings auch schon mal um das Aus- und Einsetzen von Zahnersatz. Da würde man sich gern zurückziehen, aber davon ahnen die Raumgestalter sicher nichts.
Auch wird der Besitz eines Smartphones zwingend vorausgesetzt, möchte man erfahren, was die Dinge aus der Minibar kosten. Selbst mit Handy wird es aber knifflig, denn die wahrscheinlich A4-Preisliste lässt sich nicht vergrößern. Mir muss genügen, dass ich erkenne, dass das Bier einstellig kostet.
Die Welt wird immer komfortabler für Junge und versperrter für Alte.
Ich vermeide es, beim Auschecken etwas davon zu erzählen, weil ich weiß, dass ich für einen kuriosen Meckerkopp gehalten werde. Ich lobe nur die Schönheit.
Irgendwann wird es einem vielleicht sogar noch technisch unmöglich gemacht, den Jungen was zu vererben. Schade, dass man die Gesichter dann nicht mehr sieht.