Mein Warntag

Um elf Uhr sollte heute bundesweit geprobt werden, wie man die Bevölkerung vor Gefahren warnt.
Bei uns auf dem Dorf blieb es mucksmäuschenstill.
Keine Sirene, nirgendwo spürtest du kaum einen Hauch von irgendwas.
(Die Vögelein schwiegen im Walde, was mich übrigens schon lange warnt.)
Es war heute elf Uhr stiller noch als Tage zuvor full time im üblichen Rasenmähersommer.
Wahrscheinlich wäre ich im Ernstfall jetzt Holzkohle, längst verstrahlt, überschwemmt oder überrollt.
Oder noch schlimmer! Ich wäre in einen Alarmzustand versetzt, der mein Herz rasen ließe! Ich würde panisch zu Hamsterkäufen eilen, die dringendsten Testamentsänderungen vornehmen, mich besaufen undsoweiter.
Was man so macht im Alarm.
Aber niemand hat mich heute auch nur versucht zu warnen.
(Zum Glück)
Auf jeden Fall bin ich jetzt gewarnt: dich warnt keiner. Warne dich selbst!
*
Nachtrag 11.18 Uhr: Zum Glück noch auf den “Postillon” geklickt.