Leuchtende Worte

Es gibt Worte, die eine solche Leuchtkraft besitzen, dass deren materielle Entsprechung immer wieder aufs Neue maßlos enttäuscht.
Zum Beispiel „Cafeteria“.
Dieses südlich-sonnige Wort beschreibt meist einen neonfahlen SB-Ausschank.
„Cafeteria“ kann sogar, wie ich erst jetzt nicht ohne Erschrecken entdecke, ein bakterienfressender Einzeller sein.
Wer weiß, was da noch alles kommt.
Menschen, die ihre Naivität bewusst erkaltend abgelegt haben, erwarten gar nichts mehr hinter schönen Worten. Man kann sich hingegen heute gar nicht die falsche Erwartung in mir vorstellen, die ich, als alles neu war, an das ebenso blendende Wort „Gewerbepark“ gerichtet hatte.
Noch heute heißt es in der Wikipedia, welche bekanntlich ein rechter Wissenspark ist, dass ein Park „der Verschönerung und der Erholung“ diene.
Man wird zugeben müssen, dass leider die wenigsten Gewerbe der Verschönerung und Erholung dienen. Und dass der Gewerbepark schlussendlich doch eine parkähnliche blühende Landschaft wurde, lag vor allem an dessen Nichtauslastung. Manche Straße aus dem riesigen Kreisverkehr mündet noch heute nach wenigen Metern im grünen Nichts. „Hier eine Cafeteria!“, sage ich mir dann.

Bei „Park“ muss generell eine Schutzfrist abgelaufen sein, wohl weil Lenné und Pückler lang genug tot sind. Selbst ein Gestrüpp Windkrafträder darf „–park“ enden.
Ich erwarte stündlich, dass Europa zum Schuldenpark ernannt wird.
Wenigstens die Cafeteria kann man sich dann hoffentlich noch leisten.