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Schlagwort: Zuckerberg

Abhängigkeit als Menschenrecht

Bei Facebook-Besitzer Zuckerberg klingt es wie Mitgefühl und niemand käme auf den Gedanken, dass es Hohn sein könnte: “Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt sind von uns abhängig…” heißt es in der Erklärung zum jüngsten Blackout.
Und man entschuldige sich höflich für die Unterbrechung der Abhängigkeit.
Sie besteht wieder, und alle sind zufrieden
Während der Facebook-GAU Zuckerberg, wie es heißt, “Milliarden gekostet” hat, verdienen die Mitglieder seiner Netzwerke nach Wiederherstellung weiterhin keinen Cent daran.
Sechs Stunden lang durften sie die Plattform nicht füttern, aber jetzt sind die Absaugungen wieder gesetzt.
In den frühen Neunzigern, als man sich noch über Newsgroups oder Compuserve-Foren vernetzte, belächelte man eine mehrstündige Nutzung des Internets (nach Stunden wurde teuer abgerechnet) als Abhängigkeit.
Heute ist sie ein schützenswerter Zustand.
Kritiker verlangen zwar, dass es mehr Konkurrenz der Abhängigmacher geben sollte. Man sollte seine Unterwerfung verteilen können an verschiedene Gewinnerzielende. Aber das könnte unübersichtlich werden, und nichts fürchtet der Leibeigene mehr als das Chaos der Freiheit.
Dass Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt abhängig geworden sind von einer Anwendung, die ihnen weder gehört noch von ihnen kontrolliert werden kann, bemerkt man auch daran, dass niemand entsetzt ist über die obige Feststellung.
So sehr ist Abhängigkeit zu einem Lebensbedürfnis geworden.
Unterwerfung ist in.
*
(Dieser Artikel wird nicht über Facebook gepostet noch kann er dort geliket werden. Nach einem zweiten Versuch der Vernetzung habe ich mich aus diesem seltsamen Zaumzeug wieder und endgültig befreit.
Eine Vernetzung kam nie wirklich zustande, sondern meist nur ein Beobachten des Strampelns um Aufmerksamkeit und die Versuchung, daran teilzunehmen. Letztlich ein würdeloser Zustand.)

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