bookmark_borderDie Schlagzeile gibt sich geschlagen

1914 war die Bezahlschranke der Zeitungsjunge.
„Attentat auf Thronfolger!“, schrie dieser, und die Leute kauften das Extrablatt.
Heute ist Kinderarbeit verboten, und statt um ein paar Groschen in der Hosentasche geht es um eine hackergefährdete Bankverbindung, die man so leicht nicht rausrückt.
Der Headliner muss es schon ein bisschen sadistischer anstellen, um an Kohle zu kommen. So könnte ein  Bezahlschrankenwärter von heute in diesem Fall vielleicht formulieren: „Kronprinz saß friedlich im Wagen. Bis das passierte.“ 
Ja, was? Klicken!
Die Schlagzeile ist tot, die Kitzelzeile tritt an ihre Stelle.
Auch bei Gratisinhalten. Denn dann ist der Klick der Groschen. Es muss auch nichts gelesen und angeguckt werden, geschweige denn verstanden. Hauptsache, man rutscht versehentlich auf irgendein vor- oder quergespanntes Werbebanner.
Man bezahlt das Meiste im Netz mit der neuen Währung Genervtsein.
Der Mausfinger muss zucken.
Und so entstehen dann vor Nachrichtenseiten oder über YouTube-Videos Überschriften wie:
„Eigentlich sollte es nur ein Grillfeuer werden. “
„Fußballspiel endet mit Überraschungsergebnis “
Oder: „Alles sah nach einem planmäßigen Linienflug aus. “
Wer kein Geld hat oder keine Lust hat, wenigstens Mausarbeit zu leisten, bleibt in der Welt der Andeutungen zurück.
„Eigentlich wollte er etwas erfahren.“ Und diesmal wäre alles gesagt.

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1914 war die Bezahlschranke der Zeitungsjunge.
„Attentat auf Thronfolger!“, schrie dieser, und die Leute kauften das Extrablatt.
Heute ist Kinderarbeit verboten, und statt um ein paar Groschen in der Hosentasche geht es um eine hackergefährdete Bankverbindung, die man so leicht nicht rausrückt.
Der Headliner muss es schon ein bisschen sadistischer anstellen, um an Kohle zu kommen. So könnte ein  Bezahlschrankenwärter von heute in diesem Fall vielleicht formulieren: „Kronprinz saß friedlich im Wagen. Bis das passierte.“ 
Ja, was? Klicken!
Die Schlagzeile ist tot, die Kitzelzeile tritt an ihre Stelle.
Auch bei Gratisinhalten. Denn dann ist der Klick der Groschen. Es muss auch nichts gelesen und angeguckt werden, geschweige denn verstanden. Hauptsache, man rutscht versehentlich auf irgendein vor- oder quergespanntes Werbebanner.
Man bezahlt das Meiste im Netz mit der neuen Währung Genervtsein.
Der Mausfinger muss zucken.
Und so entstehen dann vor Nachrichtenseiten oder über YouTube-Videos Überschriften wie:
„Eigentlich sollte es nur ein Grillfeuer werden. “
„Fußballspiel endet mit Überraschungsergebnis “
Oder: „Alles sah nach einem planmäßigen Linienflug aus. “
Wer kein Geld hat oder keine Lust hat, wenigstens Mausarbeit zu leisten, bleibt in der Welt der Andeutungen zurück.
„Eigentlich wollte er etwas erfahren.“ Und diesmal wäre alles gesagt.