bookmark_borderDer bunte Leute-Tod

Nachrichten rund um den Tod des englischen Prinzgemahls werden von diversen Nachrichtenportalen gleichmütig unter der Rubrik “Unterhaltung” feilgeboten.
An Geschmacklosigkeit gewöhnt, merkt der Mensch des 21. Jahrhunderts da nix mehr.
Und Rubrik muss ja sein, wo kämen wir sonst hin.
So begrenzt der Unterhaltungswert des Todes auch ist.
Manche haben es auch unter “Buntes” oder “Leute” schubladiert.
Aber natürlich ist Prinz Philipp kein Leut.
Höchstenes etwas bunt. Bei Königs darf und muss es ja aus Dekogründen kitschig glitzern und schillern.
Wegen der Unterhaltung. Sie vor allem hält die Monarchie am Leben.
Ob das Sterben unterhaltsam ist, darf allerdings weiterhin bezweifelt werden.
Aber Zweifel ist mir ja beste Unterhaltung.

bookmark_borderGesamttrend immer noch positiv

Insgesamt, muss man doch auch mal sagen, ist das Familienleben des englischen Königshauses seit Heinrich dem Achten deutlich harmonischer geworden.
Damals hatte Anne Boleyn nicht einmal die Möglichkeit, sich in einem Interview über den unsäglichen Druck zu beschweren, einen Thronfolger gebären zu sollen. Selbst wenn sich ein Boulevard-Talk oder wenigstens ein intrigentriefendes Bühnenstück hätte ergeben können, kam ihre Enthauptung allem zuvor.
Später hatte Shakespeare ein heute wenig gespieltes Stück über Heinrich den Achten auf die Bühne gebracht, dessen erster Titel übrigens “Alles ist wahr” lautete.
Musste man schon damals dranschreiben.
Fazit: solange nicht wenigstens jemand im Tower eingekerkert wird, wird die Königsfamilie kaum an die Spannung früherer Staffeln anknüpfen können.