bookmark_borderIch will’s wirklich von Google wissen

Denn es ist nicht hinnehmbar. Ich habe nach der absurden Löschung eines Posts keine Lust, zu bloggen und jetzt jedes Mal damit zu rechnen, dass Googles KI den Witz nicht versteht. Auch hängt der Vorwurf, liebes Google, im Raum, dass ich Viren und Malware verbreite. Das geht gar nicht.
Deswegen habe ich es noch mal mit der Mail versucht, aber die Adresse im Google-Impressum ist leider eine Atrappe.
Aber erstmal die Mail von heute.

Sehr geehrte MitarbeiterInnen von Google,
vielleicht habe ich beim ersten Mal was falsch gemacht, denn ich kann nicht glauben, dass Sie eine Fake-Emailadresse anzeigen, auf welche man als Antwort nur „Your message to support-deutschland@cases.gmrservice.ext.google.com has been blocked‟ bekommt. Verwendet habe ich, wie auch dieses Mal, „support-deutschland@google.com‟. Sollte diese Mail erneut blockiert werden, erhalten Sie den Inhalt in den nächsten Tagen per Postbrief. Es wird ein offener Brief sein, den ich auch an Zeitungsredaktionen senden werde. Mein Blog mag mit seiner sehr geringen LeserInnenzahl völlig belanglos sein, aber das Problem, um das es hieht geht, ist es meines Erachtens nicht.
Sie haben mir am 6. April per Mail mitgeteilt, dass mein Post auf meinem Blog „Stirnlicht‟ „(erneutes) Interview mit einem Virus“ von Ihnen gelöscht wurde. „Dein Inhalt verstößt gegen unsere Richtlinien zu Malware und Viren,‟ heißt es dort. Und es wird auch gedroht: „Weitere Verstöße können ansonsten dazu führen, dass wir deinen Blog kündigen.‟
Sie werden als Betreiber von Blogger.com sicher darin zustimmen, dass es unmöglich ist, durch das Eintippen eines publizistischen Textes in die „Neuer Post‟-Maske Malware oder Viren zu verbreiten. Angesichts des Inhalts des Beitrages, einem satirisch-fiktiven Interview mit dem Corona-Virus, kann ich mir den Vorgang beim besten Willen nur dadurch erklären, dass hier ein automatischer Algorithmus am Werk war, der durch den häufigen Gebrauch des Wortes „Virus‟ wohl irritiert war. Wie aber ist es möglich, dass durch eine offensichtliche technische Fehlleistung eine konkrete Strafe und Mahnung wird?
Auf diese Benachrichtigung konnte ich nicht antworten. „No-reply‟.
Diesen Ausschluss von Menschen gegenüber der Willkür von Algorithmen möchte ich nicht hinnehmen. (Ich prüfe übrigens auch bereits, wohin ich mit dem Blog umziehen kann, was nur leider wieder LeserInnen kosten wird.) Den gelöschten Post habe ich erneut im Blog publiziert. Aber ich möchte auch eine Entschuldigung und Antworten auf diese Fragen:
1. Stimmt es, dass Entscheidungen zum Löschen von Blogposts automatisch gefällt werden?
2. Wer hat Ihnen meinen Blogpost „zur Überprüfung gemeldet‟? Ich würde demjenigen gern antworten.
3. Warum haben Sie vor der Löschung des Blogposts keine Stellungnahme von mir eingeholt? Eine kurze Prüfung hätte die Unsinnigkeit sofort ergeben und die Verletzung meines Verfassungsrechts auf freie Meinungsäußerung durch Sie verhindert.
4. Wird dieser Vorgang als Information über mich von Google gespeichert?
5. Welchen Weg bietet Google an, berechtigte Einsprüche gegen das Löschen von Blogposts zu bearbeiten?
„Wir sind überzeugt,‟, schreiben Sie in den Content-Richtlinien, „dass Blogger zu einer höheren Verfügbarkeit von Informationen beiträgt, die für das gesellschaftliche Leben nützliche Debatte voranbringt…‟
Ich halte die Debatte darüber, ob automatisch über Menschen ohne Widerspruchsmöglichkeiten gerichtet werden darf, tatsächlich für eine in diesem Sinn nützliche Debatte. Ja, sogar eine dringende.
Überall ist zu beobachten, dass es immer schwerer wird, bei Anbietern aller Art mit echten Menschen zu kommunizieren. Jetzt ist nur ein kleiner Satiretext gelöscht worden. Was aber, wenn Konten oder Smartphones gesperrt werden, Menschen öffentlich grundlos beschuldigt werden und sie ohnmächtig sind, sich zu wehren? Zu wehren gegen Künstliche Intelligenzen!
Ich fordere Sie auf, die Löschung des Blogposts zurückzunehmen und sich für diesen Vorgang bei mir zu entschuldigen. Um Beantwortung der Fragen bitte ich Sie, weil ich diese Antworten gern im Blog publizieren möchte.
Mit freundlichen Grüßen,
Frank Rawel
*
Nachtrag: Auch diese Mail an die im Google-Impressum angegebene Adresse support-deutschland@google.com wurde sofort blockiert mit der Nachricht „Message blocked Your message to support-deutschland@cases.gmrservice.ext.google.com has been blocked. See technical details below for more information.‟
Tatsächlich eine Fake-Adresse, und das noch als einzige im Impressum eines der größten Internetunternehmen! Fassungslos.
Nun geht halt die Schneckenpost ab:

Letzter Ausweg im Dschungel des Virtuellen: der Briefkasten der Deutschen Post!

bookmark_borderAus dem Tagebuch der unterliegenden natürlichen Intelligenz (3)

Liebes Tagebuch,

das geheimnisvolle Phänomen beeinträchtigte wieder den berliner S-Bahn-Verkehr.
Die Signalstörung.
Das will sagen: eigentlich funzt alles tadellos bei uns. Bis auf ein paar Lämpchen.
Die Züge, heißt es in regelmäßiger, Transparenz suggerierender Durchsage, verkehren unregelmäßig.
Das will sagen: alles rollt, nur ein bisschen durcheinander.
Warum, frage ich mich oft, war die DDR-Mangelwirtschaft nicht auf diese genialen Ausreden gekommen? Die Versorgung mit Bananen ist unregelmäßig.
Der magische Moment tritt am Bahnhof Rummelsburg ein. Man werde jetzt zehn Minuten stehen bleiben, da das System neu gestartet werde.
Ein Neustart, das wissen Viele aus Erfahrung, das ist eine Verzweiflungstat.
Leidgeprüfte Windows-Nutzer lassen nun schon mal viel Hoffnung fahren. Beim Neustart regieren Ohnmacht und Stillstand. Alle Räder stehen still, wenn ein kleiner Chip das will. Es ist wie eine Andacht. Beten zum neuen Gott.
Starren irgendwo auf Bildschirme. Würde das Kreisen der kleinen Geduldspule von Windows aufhören, den gewohnten Bildschirm der Funktionalität preisgeben? Es gibt ja mittlerweile einen Blauton, der Verzweiflung auslöst. Glücklicherweise wird der Himmel nicht mehr so blau. Er würde uns andeuten, dass ganz oben der liebe Gott wegen blue screen einen Reset machen muss.
Zehn Minuten Stille und Reglosigkeit. Zum Weiterkommen braucht es nicht, wie früher, etwas Dampf im Kessel und freie Schienen. Fahrzeuge und Schienen sind das Nebensächlichste. Wenn es nicht wieder hochfährt, das System, das die vielen Stellwerker längst für immer nach Hause geschickt hat, weil es klüger ist und fehlerfrei arbeitet, ist keine Fortbewegung möglich. Menschen ist nicht mehr zuzutrauen, ohne Aufsicht durch eine Software Züge zu bewegen.
Als der Zug endlich langsam anfährt, geht es nur eine einzige Station weiter. Man fahre vorerst nur bis Ostkreuz, lautet die Ansage.
Innere Panik, die aber niemand zeigt. Das System ist, o wir kennen das, offenkundig nicht richtig gestartet. Eine Welle des Mitgefühls wogt durch den Zug. Der Moment ist eingetreten, wo man zuhause einen Kumpel anruft, der sich bisschen auskennt. Oft werden das Abende Dutzender Systemneustarts.
Es kann in unserem Fall auch nur sein, dass die nun entstandene fahrplanverquere Situation dem System nicht erlaubt, wieder Tritt zu fassen. Denn die Züge sind ja jetzt nicht dort, wo sie algorithmisch sein müssten. Risse in der Wirklichkeit müssen gekittet werden. Wie weit haben die Entwickler der Software Wirklichkeit vorgesehen? Die Anwender können das nicht wissen.
Ich steige Ostkreuz aus und wechsele in einen verspäteten Regionalexpress, in dem die Leute gequetscht stehen. Hätte ich doch das Auto nehmen sollen heute? Verkehrspolitische Signalstörung?

bookmark_borderAus dem Tagebuch der unterliegenden natürlichen Intelligenz (3)

Liebes Tagebuch,

das geheimnisvolle Phänomen beeinträchtigte wieder den berliner S-Bahn-Verkehr.
Die Signalstörung.
Das will sagen: eigentlich funzt alles tadellos bei uns. Bis auf ein paar Lämpchen.
Die Züge, heißt es in regelmäßiger, Transparenz suggerierender Durchsage, verkehren unregelmäßig.
Das will sagen: alles rollt, nur ein bisschen durcheinander.
Warum, frage ich mich oft, war die DDR-Mangelwirtschaft nicht auf diese genialen Ausreden gekommen? Die Versorgung mit Bananen ist unregelmäßig.
Der magische Moment tritt am Bahnhof Rummelsburg ein. Man werde jetzt zehn Minuten stehen bleiben, da das System neu gestartet werde.
Ein Neustart, das wissen Viele aus Erfahrung, das ist eine Verzweiflungstat.
Leidgeprüfte Windows-Nutzer lassen nun schon mal viel Hoffnung fahren. Beim Neustart regieren Ohnmacht und Stillstand. Alle Räder stehen still, wenn ein kleiner Chip das will. Es ist wie eine Andacht. Beten zum neuen Gott.
Starren irgendwo auf Bildschirme. Würde das Kreisen der kleinen Geduldspule von Windows aufhören, den gewohnten Bildschirm der Funktionalität preisgeben? Es gibt ja mittlerweile einen Blauton, der Verzweiflung auslöst. Glücklicherweise wird der Himmel nicht mehr so blau. Er würde uns andeuten, dass ganz oben der liebe Gott wegen blue screen einen Reset machen muss.
Zehn Minuten Stille und Reglosigkeit. Zum Weiterkommen braucht es nicht, wie früher, etwas Dampf im Kessel und freie Schienen. Fahrzeuge und Schienen sind das Nebensächlichste. Wenn es nicht wieder hochfährt, das System, das die vielen Stellwerker längst für immer nach Hause geschickt hat, weil es klüger ist und fehlerfrei arbeitet, ist keine Fortbewegung möglich. Menschen ist nicht mehr zuzutrauen, ohne Aufsicht durch eine Software Züge zu bewegen.
Als der Zug endlich langsam anfährt, geht es nur eine einzige Station weiter. Man fahre vorerst nur bis Ostkreuz, lautet die Ansage.
Innere Panik, die aber niemand zeigt. Das System ist, o wir kennen das, offenkundig nicht richtig gestartet. Eine Welle des Mitgefühls wogt durch den Zug. Der Moment ist eingetreten, wo man zuhause einen Kumpel anruft, der sich bisschen auskennt. Oft werden das Abende Dutzender Systemneustarts.
Es kann in unserem Fall auch nur sein, dass die nun entstandene fahrplanverquere Situation dem System nicht erlaubt, wieder Tritt zu fassen. Denn die Züge sind ja jetzt nicht dort, wo sie algorithmisch sein müssten. Risse in der Wirklichkeit müssen gekittet werden. Wie weit haben die Entwickler der Software Wirklichkeit vorgesehen? Die Anwender können das nicht wissen.
Ich steige Ostkreuz aus und wechsele in einen verspäteten Regionalexpress, in dem die Leute gequetscht stehen. Hätte ich doch das Auto nehmen sollen heute? Verkehrspolitische Signalstörung?

bookmark_borderAus dem Tagebuch der unterliegenden natürlichen Intelligenz (2)

Liebes Tagebuch,

Google Mail hat zum ersten Mal Mails für mich geschickt, ohne dasss ich es gemerkt habe.
Was zur Verwirrung der Empfängerin, einer älteren Dame, geführt hat, die sich zunächst von mir zu ihrem eigenen Geburtstag eingeladen sah, gleich danach aber von mir eine Mail mit der Bemerkung “Termin gestrichen” bekam, was natürlich leicht auf die Kategorie “Beleidigung” hinaufgestuft werden könnte.
Google verschickte an sie auch eine Handlungsempfehlung: “Lehnen Sie diesen Termin ab, um keine weiteren Informationen zu diesem Termin zu erhalten.” Und eine Warnung vor Flashmob gab es auch: “Wenn Sie diese Einladung weiterleiten, kann jeder Empfänger eine Antwort an den Organisator senden und zur Gästeliste hinzugefügt werden.”
Es brauchte ein einfühlsames Telefonat (sie rief irritiert an), um sich für die Beziehungs-Kettensäge Google zu entschuldigen. Und für mich. Denn was ließ ich auch diesen irgendwo auf einem Server in Amerika Streiche ersinnenden Dämon meine Termine verwalten.
Die Sache hatte auch ein Vorspiel, in welchem sich Google Kalender erfolgreich als Stifter des Chaos und vor allem weiterer diplomatischer Peinlichkeit  produzierte. Es verlegte, und das nicht zum ersten Mal, einen eingetragenen Geburtstag um eine Woche nach hinten. Doch da ist er nun mal nicht, so sehr sich Google das auch wünscht. Und weil mir nichts anderes blieb, als diesen Eintrag zu löschen und neu anzulegen, entstanden, ohne dass ich “Absenden?” gefragt wurde, die Mails.
Grober Unfug geschieht ja neuerdings immer, wie es google-übersetzt neudeutsch heißt, um das Kundenerlebnis zu verbessern. Mein Kundenerlebnis ist nun allerdings nur um ein Weiteres verunsichert.
Was wird Google als nächste tun?
Es soll schon, zumindest im Labor,  per Telefon Restauranttische bestellen können, ohne dass man im Retaurant bemerkt, dass eine Blechkiste angerufen hat.
Da sie dort in ihren kreativen Büro-Umgebungen immer an neuen Ideen erkranken, nehme ich diese hiermit schon mal vorweg:
Google kündigt Versicherungs-Verträge und schließt neue ab. Google erkennt, wen ich nicht leiden kann und versendet Hassmails. Google verbietet mir überhaupt, selber Mails zu schreiben, weil es das sowie besser kann. Google zieht statt meiner in die Wohnung. Google ist am Ende Ich und lehnt andere Auffassungen als nicht geeignet ab, das Kundenerlebnis zu verbessern.
Man müsste die Suchmaschine so langsam am Suchen hindern.

bookmark_borderAus dem Tagebuch der unterliegenden natürlichen Intelligenz (2)

Liebes Tagebuch,

Google Mail hat zum ersten Mal Mails für mich geschickt, ohne dasss ich es gemerkt habe.
Was zur Verwirrung der Empfängerin, einer älteren Dame, geführt hat, die sich zunächst von mir zu ihrem eigenen Geburtstag eingeladen sah, gleich danach aber von mir eine Mail mit der Bemerkung “Termin gestrichen” bekam, was natürlich leicht auf die Kategorie “Beleidigung” hinaufgestuft werden könnte.
Google verschickte an sie auch eine Handlungsempfehlung: “Lehnen Sie diesen Termin ab, um keine weiteren Informationen zu diesem Termin zu erhalten.” Und eine Warnung vor Flashmob gab es auch: “Wenn Sie diese Einladung weiterleiten, kann jeder Empfänger eine Antwort an den Organisator senden und zur Gästeliste hinzugefügt werden.”
Es brauchte ein einfühlsames Telefonat (sie rief irritiert an), um sich für die Beziehungs-Kettensäge Google zu entschuldigen. Und für mich. Denn was ließ ich auch diesen irgendwo auf einem Server in Amerika Streiche ersinnenden Dämon meine Termine verwalten.
Die Sache hatte auch ein Vorspiel, in welchem sich Google Kalender erfolgreich als Stifter des Chaos und vor allem weiterer diplomatischer Peinlichkeit  produzierte. Es verlegte, und das nicht zum ersten Mal, einen eingetragenen Geburtstag um eine Woche nach hinten. Doch da ist er nun mal nicht, so sehr sich Google das auch wünscht. Und weil mir nichts anderes blieb, als diesen Eintrag zu löschen und neu anzulegen, entstanden, ohne dass ich “Absenden?” gefragt wurde, die Mails.
Grober Unfug geschieht ja neuerdings immer, wie es google-übersetzt neudeutsch heißt, um das Kundenerlebnis zu verbessern. Mein Kundenerlebnis ist nun allerdings nur um ein Weiteres verunsichert.
Was wird Google als nächste tun?
Es soll schon, zumindest im Labor,  per Telefon Restauranttische bestellen können, ohne dass man im Retaurant bemerkt, dass eine Blechkiste angerufen hat.
Da sie dort in ihren kreativen Büro-Umgebungen immer an neuen Ideen erkranken, nehme ich diese hiermit schon mal vorweg:
Google kündigt Versicherungs-Verträge und schließt neue ab. Google erkennt, wen ich nicht leiden kann und versendet Hassmails. Google verbietet mir überhaupt, selber Mails zu schreiben, weil es das sowie besser kann. Google zieht statt meiner in die Wohnung. Google ist am Ende Ich und lehnt andere Auffassungen als nicht geeignet ab, das Kundenerlebnis zu verbessern.
Man müsste die Suchmaschine so langsam am Suchen hindern.