bookmark_borderAus dem Tagebuch der unterliegenden natürlichen Intelligenz (2)

Liebes Tagebuch,

Google Mail hat zum ersten Mal Mails für mich geschickt, ohne dasss ich es gemerkt habe.
Was zur Verwirrung der Empfängerin, einer älteren Dame, geführt hat, die sich zunächst von mir zu ihrem eigenen Geburtstag eingeladen sah, gleich danach aber von mir eine Mail mit der Bemerkung “Termin gestrichen” bekam, was natürlich leicht auf die Kategorie “Beleidigung” hinaufgestuft werden könnte.
Google verschickte an sie auch eine Handlungsempfehlung: “Lehnen Sie diesen Termin ab, um keine weiteren Informationen zu diesem Termin zu erhalten.” Und eine Warnung vor Flashmob gab es auch: “Wenn Sie diese Einladung weiterleiten, kann jeder Empfänger eine Antwort an den Organisator senden und zur Gästeliste hinzugefügt werden.”
Es brauchte ein einfühlsames Telefonat (sie rief irritiert an), um sich für die Beziehungs-Kettensäge Google zu entschuldigen. Und für mich. Denn was ließ ich auch diesen irgendwo auf einem Server in Amerika Streiche ersinnenden Dämon meine Termine verwalten.
Die Sache hatte auch ein Vorspiel, in welchem sich Google Kalender erfolgreich als Stifter des Chaos und vor allem weiterer diplomatischer Peinlichkeit  produzierte. Es verlegte, und das nicht zum ersten Mal, einen eingetragenen Geburtstag um eine Woche nach hinten. Doch da ist er nun mal nicht, so sehr sich Google das auch wünscht. Und weil mir nichts anderes blieb, als diesen Eintrag zu löschen und neu anzulegen, entstanden, ohne dass ich “Absenden?” gefragt wurde, die Mails.
Grober Unfug geschieht ja neuerdings immer, wie es google-übersetzt neudeutsch heißt, um das Kundenerlebnis zu verbessern. Mein Kundenerlebnis ist nun allerdings nur um ein Weiteres verunsichert.
Was wird Google als nächste tun?
Es soll schon, zumindest im Labor,  per Telefon Restauranttische bestellen können, ohne dass man im Retaurant bemerkt, dass eine Blechkiste angerufen hat.
Da sie dort in ihren kreativen Büro-Umgebungen immer an neuen Ideen erkranken, nehme ich diese hiermit schon mal vorweg:
Google kündigt Versicherungs-Verträge und schließt neue ab. Google erkennt, wen ich nicht leiden kann und versendet Hassmails. Google verbietet mir überhaupt, selber Mails zu schreiben, weil es das sowie besser kann. Google zieht statt meiner in die Wohnung. Google ist am Ende Ich und lehnt andere Auffassungen als nicht geeignet ab, das Kundenerlebnis zu verbessern.
Man müsste die Suchmaschine so langsam am Suchen hindern.