bookmark_borderEin ästhetisches Überbleibsel…

…ist die Haltungsnote beim Skispringen.
Wer da keine Ballettpose namens Telemark hinkriegt, kann bis zum Mond fliegen, ohne zu gewinnen.
Der Genuss, einen Menschen mit zwei Brettern an den Füßen elegant landen zu sehen, ist indes von vornherein bescheiden. Uns beeindruckt die Weite, die möglichst anhaltende Illusion, dass der Mensch doch fliegen könne.
In früheren, feingeistigeren Zeiten, als man noch Bänder ins Haar flocht und Sofakissen arrangierte, dürfte die höfisch anmutende Knickslandung weit höher geschätzt worden sein. Aber Kriege, Massenproduktion und Medien haben nunmal wie Sandpapier die Sinne der Menschen, sagen wir mal, geglättet.
Deshalb könnte man diesen überlebten Haltungsnotenquatsch abschaffen, bei dem sich 5 Juroren für nichts die Pfoten abfrieren und manch verwegene Sprungweite diskriminiert wird.
(Wenn man wenigstens wüsste, welche Bilder bei den Kampfrichtern zuhause an der Wand hängen, könnte eventuell deren ästhetische Kompetenz beurteilt werden. Aber die Bilder sollen ja auch nicht weit fliegen.)
Messt die Weite, baut endlich funktionierende Windfänger und lasst „Telemark“ als Namen zurück für die norwegische Landschaft, aus welcher die Sprungtechnik stammt.
Die Gegend führt übrigens eine Axt im Wappen.
Dies sei auch beim Skispringen Programm.