bookmark_borderIm Zauberwald der Technik

Dass sich die Dinge verwandeln, magische Kräfte erwerben oder Flüche verhängen, ist längst nicht mehr ein Privileg der Weihnachtsmärchen, mit denen Kindern schon immer die langen Winterabende verkürzt werden.
Immer wunderlicher wird auch die Technik.
Heute zeigt mir die die Google-Mail-App im Handy Posteingänge an, während die Desktopversion leer ist.
Ein Zauberspiegel? Oder nur eine dieser verwunschenen Verbesserungen?
Geht man in „Einstellungen“, tauchen dort ständig neue Optionen auf, die man nicht einmal versteht, geschweige entscheiden kann. User im Wunderland.
Es wimmelt von guten Feen, die nur leider chinesisch reden.
Wenn ich die Schrankbeleuchtung einschalte, kann ich nicht mehr bei der Telekom HD-Fernsehen gucken.
Ich wohne offenkundig in einem Zauberschloss.
Nach dem Update sind auf dem MacBook Air (unter anderem) die Drucker verschwunden.
Ich hätte wohl nicht, wie Schneewittchen, in die angebotenen Äpfel beißen sollen.
Was geschieht als nächstes?
Hilft das Wünschen?
Lieber nicht an der Lampe reiben.

bookmark_borderDer abgedrehte Drehknopf

Manchmal denke ich, es sollen die Alten und Sehschwachen mit Absicht aus der Nutzung der Technik rausgekickt werden.
Noch zwei Fernbedienungen mehr auf dem Sofatisch, und es braucht nicht mal mehr Demenz, um das nächste „Sommerfest des deutschen Schlagers“ unerreichbar zu machen.
Ganz zu schweigen von einer an sich nützlichen Hilfe für Sehbehinderte, der man schon mal boshaft den Zungenbrecher „Audiodeskription“ verpasst hat. Um die einzuschalten, braucht man Adleraugen und technikfolgsame Intelligenz 2.0.  Die es brauchen, finden es nicht. Es herrscht schließlich Digitaldarwinismus.
Hilfen sind heute sowieso keine, sondern höhnende Simulationen derselben.
Es ging los mit der Abschaffung von Drehknöpfen aller Art.
Knöpfe waren Designern Dornen in den Augen. Je weniger zu erkennen waren, desto schöner erschien ihnen das Gerät. Wahrscheinlich wäre ein völlig armaturenfreier Gegenstand das Schönste überhaupt. Ein Stein zum Beispiel. Das wusste bestimmt schon Ötzi. Und dazu kehren wir heute zurück, nur ist der Faustkeil von heute das Smartphone. Scheinzeit statt Steinzeit. 
Das Drehknopfverbot reichte irgendwann nicht mehr aus, um heutig zu sein und die SeniorInnen abzuhängen, die nicht gut fürs Image sind, wenn ausgerechnet sie als Ascheanwärter ein Produkt loben.
Aber ganz so leicht hängt man sie nicht ab. Die Alten von heute schlucken ja heimlich Ginseng und joggen geistig mit Sudoku. Sie kriegen trotz Touchscreen und Multifernbedienung einen Sender rein (den sie meist gleich wieder aus machen). Es braucht langsam neue Altensperren.
Eine ist die Pflicht, sich namentlich anzumelden für irgendeinen Shop, Club oder Äpp. So alte Knöpfchendreher sind nämlich misstrauisch und melden sich nicht gern namentlich an. Sie haben schon viel Schreckliches erlebt und sind darauf nicht mehr so neugierig wie Junge.
Jede Generation versucht, die vorhergehende zu überwinden, erst recht in einer Welt, in welcher gegenseitiger Respekt sozialer Goldstaub ist.
Das Verlebte abstoßen wie eine Raumkapsel die Trägerraketenstufen.
Netterweise könnte man ein bisschen Kram mit Drehknöpfen zurücklassen.
Aber nein. Wir müssen weiter. Zu neuen Barrieren.

bookmark_borderDer abgedrehte Drehknopf

Manchmal denke ich, es sollen die Alten und Sehschwachen mit Absicht aus der Nutzung der Technik rausgekickt werden.
Noch zwei Fernbedienungen mehr auf dem Sofatisch, und es braucht nicht mal mehr Demenz, um das nächste „Sommerfest des deutschen Schlagers“ unerreichbar zu machen.
Ganz zu schweigen von einer an sich nützlichen Hilfe für Sehbehinderte, der man schon mal boshaft den Zungenbrecher „Audiodeskription“ verpasst hat. Um die einzuschalten, braucht man Adleraugen und technikfolgsame Intelligenz 2.0.  Die es brauchen, finden es nicht. Es herrscht schließlich Digitaldarwinismus.
Hilfen sind heute sowieso keine, sondern höhnende Simulationen derselben.
Es ging los mit der Abschaffung von Drehknöpfen aller Art.
Knöpfe waren Designern Dornen in den Augen. Je weniger zu erkennen waren, desto schöner erschien ihnen das Gerät. Wahrscheinlich wäre ein völlig armaturenfreier Gegenstand das Schönste überhaupt. Ein Stein zum Beispiel. Das wusste bestimmt schon Ötzi. Und dazu kehren wir heute zurück, nur ist der Faustkeil von heute das Smartphone. Scheinzeit statt Steinzeit. 
Das Drehknopfverbot reichte irgendwann nicht mehr aus, um heutig zu sein und die SeniorInnen abzuhängen, die nicht gut fürs Image sind, wenn ausgerechnet sie als Ascheanwärter ein Produkt loben.
Aber ganz so leicht hängt man sie nicht ab. Die Alten von heute schlucken ja heimlich Ginseng und joggen geistig mit Sudoku. Sie kriegen trotz Touchscreen und Multifernbedienung einen Sender rein (den sie meist gleich wieder aus machen). Es braucht langsam neue Altensperren.
Eine ist die Pflicht, sich namentlich anzumelden für irgendeinen Shop, Club oder Äpp. So alte Knöpfchendreher sind nämlich misstrauisch und melden sich nicht gern namentlich an. Sie haben schon viel Schreckliches erlebt und sind darauf nicht mehr so neugierig wie Junge.
Jede Generation versucht, die vorhergehende zu überwinden, erst recht in einer Welt, in welcher gegenseitiger Respekt sozialer Goldstaub ist.
Das Verlebte abstoßen wie eine Raumkapsel die Trägerraketenstufen.
Netterweise könnte man ein bisschen Kram mit Drehknöpfen zurücklassen.
Aber nein. Wir müssen weiter. Zu neuen Barrieren.