bookmark_borderder mehrweg ist ein schnell erreichtes ziel

es ist, wie ich heute feststellte, so einfach!
an der packung mit den plastiklöffeln im regal für partygeschirr steht jetzt “mehrwegbesteck”.
und schon ist ihm die sünde, plastik zu sein, erfolgreich genommen.
es wirkt fast schon wie ein kaufmuss.
nun könnte, ja müsste man konsequenterweise die plastiktüte, den prügelknaben (=das prügelmädchen?) der plastikmüllverachtung auch einfach zur mehrwegtüte befördern und fertig wäre (halbwegs) die Rehabilitierung eines Undings, das eben noch in der Ächtung kurz hinter Asbest, Wasserstoffbombe und Dieselfeinstaub rangierte.
ich habe übrigens schon immer alle tüten mehrfach verwendet, manche gar dutzendfach, was leider nie honoriert wurde. jetzt fehlen oft welche zur erstverwendung, wenn es zum beispiel gilt, eine (mehrweg!)-schüssel (einweg)-johannisbeeren zur mutter zu bringen.
gilt eigentlich der (von mir durch gelbe tonne hoffentlich vermiedene) weg des plastiks in den ozean bis in den bauch des wals dann auch als einer der mehrwege?
dann käme jeder ganz leicht auf wenigstens zwei.
wer kann überhaupt überprüfen, wie viele wege ein mehrwegartikel mehr oder weniger zurücklegt, damit der käufer den artikel nicht lügen straft? gps-ortung? eine app?
mehrwegdenken ist gefragt.

bookmark_borderkurzer lagebericht

die zerbrechlichkeit der welt nimmt vielgestaltig zu.
das wetter wird lebensgefährlich.
das handy ist nicht garantiert privat.
der atem von fremden kann leicht infizieren.
dazu ungedeckte digitale währungen,
erosionen von parteien,
kaum noch schuldloses verbrauchen.
sogar asteroiden im anflug.
man sollte diese dennoch nicht willkommen heißen.

bookmark_borderFeuer und Champagner

Als der Fahrer mit knapper Not dem brennenden Formel-1-Rennwagen entschlüpfte, in welchen er wahrscheinlich seit seiner Kindheit nichts als hinein wollte, war mein erster Gedanke: in einem Elektroauto wäre dir das nicht passiert. Andererseits: wer weiß, wie hoch und gefährlich sie auch die E-Boliden züchten würden.
Wie oft hat man versucht, mich von der Sinnhaftigkeit dieser obskuren Auto-Rundfahrten zu überzeugen, indem darauf verwiesen wurde, wie viele segensreiche Erfindungen von hier aus ihren Weg bis in meinen Kleinwagen genommen haben, der sich dankenswerter Weise nicht so leicht entzündet.
Aber am Benzin-Verbrennungsmotor gibt es nichts mehr zu erfinden außer wie man ihn ersetzt.
Immerhin haben Formel-1-Fahrzeuge bereits, allerdings nur ergänzend, einen Elektromotor, der seine Energie auch nur aus der Verbrennung des Benzins gewinnt.
Beim Boxenstopp denke ich manchmal: jetzt hebeln sie den ganzen Ottoschrott raus, kleben irgendeinen Öko-Aufkleber rauf und lassen den Rest wieder elektrisch und in beherrschbarem Tempo lossummen.
Dass die Beteiligten weit entfernt sind, auf derartige Evolutionssprünge zu verfallen, zeigt immer der vorgetäuschte Orgasmus, wenn zur Siegerehrung aus der Hüfte der Champagner abgespritzt wird.
Er bestätigt zwei überholte Fahrmotive: Lustgewinn und Verschwendungssucht.
Freilich ist mir klar, dass die monströsen Champagnerflaschen nur als Hilfsgeräte der Begeisterungsdarstellung dienen. Schließlich kann man das Preisgeld nicht einfach so einsacken wie ein Kraftfahrer seine Lohntüte, sondern muss dem Publikum halbwegs glaubhaft einen ekstatischen Freudentaumel vermitteln. Ohne darstellerische Gaben ist dies nur mit den sprudelnden Winkelementen zu kommunizieren.
Schade nur um die Weinbeeren und die Kunst der Winzer.
Ich stelle mir vor, wie die einigermaßen klimaneutralen Skilangläufer am Ende mit alkoholischen Getränken um sich schleudern. Ließe dies nicht den Mannschaftsarzt aufschrecken?

bookmark_borderDie Unbeschenkbaren

Es ist nicht mehr möglich, einem ökologisch halbwegs bewussten Mitmenschen eine Schachtel Pralinen zu schenken.
Sicher essen auch umweltbewusste Menschen gern einmal Süßes und haben auch ein Dankeschön verdient, nur: bis sie durch Zellophan-Umhüllung, Außenschachtel und innere plastikverschweißte Schutzhülle zur Plastikpackung mit den womöglich zusätzlich einzeln eingewickelten Pralinen vorgedrungen sind (,deren Kakao eine lange Schiffsreise hinter sich hat), ist ihre Verzweiflung über die Menschheit in exponentiell wachsendem Maße zurückgekehrt und wischt jegliche Freude über das gut gemeinte Geschenk restlos beiseite.
Ja, es kann sogar passieren, dass die Pralinenschachtel irrtümlich als Beleidigung aufgefasst wird, als tiefe Demütigung, Verhöhnung und Provokation. Freundschaften zerbrechen oder fangen gar nicht erst an.
Oder es wird als Anschlag auf den Planeten gesehen. In einer 25 Zentimeter breiten Schachtel kann der ganze Verschwendungswahn der sogenannten Zivilisation gebündelt sein. 
Und noch mehr: dass man Menschen dadurch eine Freude zu machen vorgaukelt, indem man ihnen Genussartikel undurchdringlich einpackt, lässt auch ökologisch Naturbelassene verzweifeln. Mir als Verpackungs-Legastheniker genügt es schon, die Lasche abzureißen, mit der sich irgendwas angeblich ganz leicht aufmachen lässt. Wie viele Pralinenschachteln sind schlussendlich mit Teppichmessern oder gar Bajonetten notgeöffnet worden! Sie sind per se ein hinterhältiger Streich, mildest ausgedrückt eine Challenge, wie man heute sagt, ein Industrie-Prank.
„Ja, dann schenk halt Blumen!“, wird geraten. Um Himmels Willen! Die werden aus Ostafrika herangekarrt! Und pieksen!
Die Wahrheit ist: man kann umweltbewussten Menschen überhaupt nichts schenken.
Höchstens was wegnehmen.

bookmark_borderDie Unbeschenkbaren

Es ist nicht mehr möglich, einem ökologisch halbwegs bewussten Mitmenschen eine Schachtel Pralinen zu schenken.
Sicher essen auch umweltbewusste Menschen gern einmal Süßes und haben auch ein Dankeschön verdient, nur: bis sie durch Zellophan-Umhüllung, Außenschachtel und innere plastikverschweißte Schutzhülle zur Plastikpackung mit den womöglich zusätzlich einzeln eingewickelten Pralinen vorgedrungen sind (,deren Kakao eine lange Schiffsreise hinter sich hat), ist ihre Verzweiflung über die Menschheit in exponentiell wachsendem Maße zurückgekehrt und wischt jegliche Freude über das gut gemeinte Geschenk restlos beiseite.
Ja, es kann sogar passieren, dass die Pralinenschachtel irrtümlich als Beleidigung aufgefasst wird, als tiefe Demütigung, Verhöhnung und Provokation. Freundschaften zerbrechen oder fangen gar nicht erst an.
Oder es wird als Anschlag auf den Planeten gesehen. In einer 25 Zentimeter breiten Schachtel kann der ganze Verschwendungswahn der sogenannten Zivilisation gebündelt sein. 
Und noch mehr: dass man Menschen dadurch eine Freude zu machen vorgaukelt, indem man ihnen Genussartikel undurchdringlich einpackt, lässt auch ökologisch Naturbelassene verzweifeln. Mir als Verpackungs-Legastheniker genügt es schon, die Lasche abzureißen, mit der sich irgendwas angeblich ganz leicht aufmachen lässt. Wie viele Pralinenschachteln sind schlussendlich mit Teppichmessern oder gar Bajonetten notgeöffnet worden! Sie sind per se ein hinterhältiger Streich, mildest ausgedrückt eine Challenge, wie man heute sagt, ein Industrie-Prank.
„Ja, dann schenk halt Blumen!“, wird geraten. Um Himmels Willen! Die werden aus Ostafrika herangekarrt! Und pieksen!
Die Wahrheit ist: man kann umweltbewussten Menschen überhaupt nichts schenken.
Höchstens was wegnehmen.