bookmark_borderk-fragen

gefühlt jeder sagt mir, dass er nicht weiß, wen man zum bundeskanzler haben wollen sollte.
alle kandidaten, so stellt sich heraus, sind zu sehr wie man selber.
immer fehlt es am letzten quäntchen selbstlosigkeit oder an einer universellen lösung für alle probleme oder einer anderen kleinigkeit.
so, wie es jetzt läuft, soll es nicht weitergehen, aber es herrscht auch besorgnis, es könnte nicht mehr so weitergehen wie bisher.
die versprechen auch immer was im wahlkampf, heißt es, und wenn nicht, vermisst man, dass einem auch mal was schönes versprochen wird.
dass man zum beispiel beim verzichten auf nichts zu verzichten braucht.
wäre schon mal ein anfang.
“bin ick jesus?”, fragt in solchen momenten der berliner.
durchaus gehen die vorstellungen vom idealen kanzler in richtung messias, lichtgestalt, führer light.
dass ein kanzler oder eben eine kanzlerin bloß eine ministerrunde leiten und auf internationaler ebene vernünftig mit schwererziehbaren reden müssen kann, würde die wahl zu einfach machen, denn das können zu viele, um die eigene ratlosigkeit vor sich her zu tragen.
für die ersten wochen des wahlkampfes ist man sowieso im urlaub.
mutanten-surfen auf malle.

bookmark_borderDas große Nichtankommen

Es gibt Landstriche sogar in Westeuropa, in Frankreich etwa oder Italien, in welchen ähnliche Wähleranteile wie in Sachsen-Anhalt für rechtspopulistische Parteien stimmen oder es mit der Wahltbeteiligung hapert. Niemand dort würde aber über diese Landstriche sagen, dass die da Lebenden “nicht in der Demokratie angekommen” wären. Diese Überheblichkeit ist den Westdeutschen vorbehalten.
Unversehens wird man als Nicht-AfD-Wähler per Geburtsurkunde in den Kreis der Unreifen, Langzeitverdorbenen eingemeindet.
Solange sich in Ostdeutschland nicht bis auf die Stelle hinter dem Komma das gleiche Parteienverhältnis darstellt wie im Westen, stimmt hier etwas nicht.
Solange wird man auch unverdrossen von den “neuen” Ländern sprechen, als kämen sie aus der Retorte. Schön wärs.