schwarzdenken

als mittlerweile sichtlich ergrauter mitbürger ist es höchste zeit, aufzustehen und auch mal für sich selbst in den kulturkampf gegen sprachliche diskriminierung zu ziehen.
bewegt haben mich zuletzt verkehrsbetriebe in münchen und berlin, von denen ich las, dass sie den begriff “schwarzfahrer” nicht mehr verwenden wollen bzw. streichen oder wohl wenigstens schwärzen, um nicht in rassismusverdacht zu geraten.
die sorge ist nicht unbegründet, denn das verdächtigen grasssiert mindestens wie die schwarze pest, und wer befallen ist, hat definitiv den schwarzen peter.
ich habe deshalb heute vorsorglich beschlossen, mich als ergrauter beispielsweise durch den begriff “grauzone” diskriminiert zu fühlen. auch der “grauschleier” beleidigt mich, denn meine haarfarbe hat nichts mit fehlenden wascherfolgen zu tun. als grauer will ich bitte nicht das schwarze schaf sein.
wie so oft bei solchen unwort-enttarnungen habe natürlich auch ich keine griffigen alternativen zu den urplötzlich verpönten worten zur hand. der protest ist heutzutage der lösung immer uneinholbarer voraus! und meine grauen zellen sehen mit zunehmendem alter auch immer öfter schwarz.
grau steht leider für langeweile, farblosigkeit, tristesse, und ich muss nun endlich einmal darauf bestehen, es in richtung frohsinn und freude umzudeuten.
kulturgeschichte hin oder her, welche die helligkeitswerte nun mal seit ewigkeiten zwischen gut (weiß) und böse (schwarz) skaliert.
grau, teurer freund, ist alle theorie.

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