verkaufslose angebote

das fing, glaube ich, mit dem sony-laden im sony-center an.
dass es das sony-center war, ließ ich als ausrede für einen showroom gelten.
dafür halt, dass es da nichts zu kaufen gab.
es war alles da, aber man stand plötzlich draußen, ohne etwas gekauft zu haben, obwohl es vielleicht nirgendwo sonst was besseres gab, damals.
heute machte ich in berlin die entdeckung weiterer fake-shops.
und es waren ganz gewöhnliche häuser am kudamm, eins wohl früher ein kino, und ein kino muss immer froh sein, dass es nicht abgerissen wird.
eins war ein huawei-tempel, dann stieß ich noch auf eine apple-kapelle.
mit china habe ich es nicht so, also war ich bei apple.
dutzende tische, und auf jedem das gleiche: iphones und macbooks.
alles ohne preis dran, dafür aber immer wieder auf geschätzt dreihundert quadratmetern. iphones und macbooks, macbooks und iphones. monokultur.
ein glaskasten mit smartwachuhren wie klunker im ‚grünen gewölbe‘. wo auch kein preis dran steht.
weil ich mir aber als langjähriger konsument einen verkaufsfreien laden nicht vorstellen kann, erwog ich, dass ich womöglich mittlerweile das verkaufen nicht mehr richtig mitkriege.
es ist womöglich zu virtuell geworden. bitcoins, die in der hosentasche verknibbelt werden oder sowas.
das neue iphone hätte mich interessiert, auf ihm sollte man sogar in der app einen preis lesen können. ging aber nicht. aus angst, für inkompetent gehalten zu werden, legte ich es ab.
ich fürchte nun aber: diese neuen scheinshops mit unverkäuflichen produkten (bei uns früher hieß das noch „beratungsmuster“) greifen weiter um sich.
wie diese gläsernen fabriken überall, wo man auch lange vom kaufen abgehalten wird, aber schlussendlich ohne nicht weg kommt. hier schon.
aus dem apple-laden kam ich absolut unbehelligt raus.
keine „kann ich helfen?“-anmache wie in bekleidungsläden.
nur ein bulliger security scannte mich diskret.
der konsumterror ist auch nicht mehr das, was er mal war.